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9.2.2012 : 0:21 : +0100

Schulverwaltung

GESCHICHTE DER WALD-GRUNDSCHULE

Entstehungsidee

Da die Industrialisierung mit Fabriken und Wohngebäuden mit mehreren Hinterhöfen immer mehr um sich griff, führte der Mangel an frischer Luft und Bewegungsmangel bei den Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit zu Blutarmut, Rachitis, Lungenkrankheiten und krankhafter Nervosität. Darüber machte sich die damalige städtischen Verwaltung Sorgen. Deshalb entwarfen im April 1904 Stadtschulrat Neufers und Kinderarzt Professor Dr. Bendix eine Schrift zur "Gründung einer Waldschule für Gemeindeschulkinder". Diese Idee wurde sofort aufgegriffen und am 15. Juni 1904 bewilligte die Stadtverordnetenversammlung die einmaligen und laufenden Kosten in Höhe von 32000RM (Reichsmark). Bereits am 1. August 1904 nahm die Waldschule ihren Betrieb mit 95 Schülern und vier Lehrern auf.

 

Ziel der Waldschule

Ziel des Schulbesuchs in der Waldschule war es, gesundheitlich angegriffenen Kinder durch die ärztliche Betreuung und den Aufenthalt an der frischen Luft eine Verbesserung und Stabilisierung ihrer gesundheitlichen Verfassung zu ermöglichen, damit sie später wieder in ihren Stadtschulen weiterunterrichtet werden konnten, ohne ständig krank zu sein.

 

1904-1918
Alte Waldvolksschule


Für kurze Zeit errichtete man am Sachsenplatz (heute Brixplatz) eine Schul-und eine Wirtschaftsbaracke, in dem am 1. August 1904 95 Schüler und Schülerinnen unterrichtet wurden.
Die Kinder wurden von Schulärzten ausgesucht und auch während der Waldschulzeit von Ärzten und Krankenschwestern betreut.
Bald wurde das Gebäude zu klein und man zog 1905 auf ein Gelände um, dass "Spandauer Bock" genannt wurde. Es liegt am Spandauer Damm zwischen Ruhwald Park und dem Krankenhaus Neuwestend, auf dem heutigen Kleingartengelände.

1910 stellt die Stadt Charlottenburg 60000qm am heutigen Standort zur Verfügung.

Hier gab es zu dieser Zeit nur Waldgelände. Weder die Siedlung Heerstraße noch Eichkamp waren bebaut. Selbst der Funkturm wurde erst später gebaut.
Nur Bauarbeiten am S-Bahnhof Heerstraße waren im Gange.

Hier wurden nun 260 Schüler von einem Rektor, sechs Lehrern und drei Lehrerinnen unterrichtet. Die Lehrer arbeiteten freiwillig an der Waldgrundschule.

    Die Wirtschaftsleitung lag in der Verantwortung des Vaterländischen Frauenvereins, der eine leitende Wirtschafterin, eine Küchen und eine Hilfsschwester und sechs bis sieben Hausangestellte einsetzte und auch bezahlte. Die Wirtschafter und Pädagogen arbeiteten mit dem Elternbeirat eng zusammen.

Es gab nun 3 Unterrichtsbaracken und zwei Wirtschaftsgebäude. In dieser Zeit bis zum 1. Weltkrieg war die Schule eine reine Sommerschule von Ostern bis Weihnachten. Sie begann täglich außer Sonntag um 8.00 Uhr und endete um 19.00 Uhr. Eine Schulstunde dauerte damals nur 30 Minuten. In den Wintermonaten gingen die Kinder auf ihre Stadtschulen dort, wo sie wohnten.

1918-1945 Waldvolksschule



















In dieser Zeit war die Waldschule eine Ganztagsschule, die während des ganzen Jahres geöffnet war. Auch diese Schüler wurden nach medizinischen Gesichtspunkten ausgewählt und unterlagen der ständigen medizinischen Kontrolle.

1943 wurde die Schule wegen der Kriegsereignisse nach Hinterpommern ausgelagert.

1943-1945 war die Schule Kriegsgebiet und wurde von der Gruppe Todt (einer Bautruppe Hitlers) genutzt. Die mit ihren schweren Baumaschinen die bereits von den Bombeneinschlägen stark mitgenommene Gelände zusätzlich noch verwüsteten.

Aus dieser Zeit rühren auch die Schützengräben, die das Gelände durchzogen, die man auch heute noch andeutungsweise erkennt.

 

Nach dem Krieg mussten die beschädigten Häuser repariert werden. Inzwischen war die Schule eine normale Grundschule für alle Kinder der Umgebung geworden.


Deshalb wurden die alten Holzhäuser abgerissen und Neubauten errichtet: Das Verwaltungsgebäude, die Turnhalle und ein großer Musiksaal mit einer Bühne und Instrumenten. Leider ist dabei das Schwimmbecken verschwunden und wir müssen in eine Schwimmhalle fahren. Aus dieser Zeit stammt auch der Schulgarten. Seit 1994 leitet Herr Andreas Wolter die Schule.